Planeten am Nachthimmel finden

Fünf Planeten sind mit bloßem Auge leicht zu sehen. Hier erfahren Sie, wo und wann Sie sie finden und wie Sie sie erkennen.

Zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Eine schmale Mondsichel, deren dunkle Seite schwach vom Erdschein erhellt wird, neben dem hellen Punkt der Venus
Mondsichel und Venus, fotografiert von der Internationalen Raumstation am 28. April 2003. Der dunkle Teil des Mondes wird vom Erdschein erhellt, von der Erde reflektiertem Sonnenlicht. Foto: NASA
Planeten heute NachtZum Werkzeug

Planeten gehören zu den am leichtesten auffindbaren Objekten am Nachthimmel, denn sie sind heller als fast alle Sterne. Sie brauchen keine Ausrüstung, nur das Wissen, wo und wann Sie hinschauen müssen.

Fünf Planeten für das bloße Auge

Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sind mit bloßem Auge sichtbar. Uranus liegt an der Grenze der Sichtbarkeit und braucht einen sehr dunklen Himmel und eine genaue Position. Neptun ist immer zu schwach und braucht ein Fernglas oder Teleskop.

Wie hell sie werden, berechnet mit Astronomy Engine für 2026 bis 2035 (kleinere Zahlen sind heller, siehe Helligkeit):

Planet Am hellsten Am schwächsten (wenn nachts sichtbar)
Venus −4,9 −3,8
Jupiter −2,9 −1,7
Mars −2,8 +1,8
Saturn −0,6 +1,0

Zum Vergleich: Sirius, der hellste Stern des Nachthimmels, hat im HYG-Sternkatalog die Helligkeit −1,44. Wenn Venus oder Jupiter am Himmel stehen, sind sie nach dem Mond die hellsten Lichtpunkte.

Wo Sie suchen sollten

Die Planeten umkreisen die Sonne fast in derselben Ebene. Von der Erde aus erscheinen sie deshalb immer nahe der Ekliptik, der Bahn, auf der die Sonne im Lauf des Jahres durch die Tierkreissternbilder zieht. In der Praxis heißt das: Suchen Sie entlang des Bogens, dem Sonne und Mond über Ihren Himmel folgen. In der Nähe des Himmelspols finden Sie keinen Planeten.

Merkur und Venus sind innere Planeten: Ihre Bahnen liegen innerhalb der Erdbahn, deshalb stehen sie nie weit von der Sonne entfernt. Merkur kommt höchstens etwa 28° von der Sonne weg, Venus etwa 47° (für 2026 bis 2035 reicht die Spanne von 17,9° bis 27,8° bei Merkur und von 45,4° bis 47,2° bei Venus). Sie sehen sie tief im Westen nach Sonnenuntergang oder tief im Osten vor Sonnenaufgang, nie mitten in der Nacht.

Mars, Jupiter und Saturn sind äußere Planeten und können zu jeder Nachtstunde zu sehen sein. Am besten stehen sie um die Opposition, wenn die Erde zwischen ihnen und der Sonne hindurchzieht: Dann sind sie die ganze Nacht zu sehen und am hellsten.

Wann ein Planet als sichtbar gilt

Auf Astrotempo gilt ein Planet als sichtbar, wenn er mindestens 10° über Ihrem Horizont steht, während die Sonne mindestens 6° darunter ist (das Ende der bürgerlichen Dämmerung, siehe Dämmerung). Planeten heller als Helligkeit 5 sind als mit bloßem Auge sichtbar markiert, schwächere als nur mit Optik sichtbar. Die angegebene beste Zeit ist der Moment, in dem der Planet in diesem dunklen Zeitfenster am höchsten steht.

Planet oder Stern?

  • Position: Ein heller „Stern“ nahe der Ekliptik, der auf keiner Sternkarte steht, ist fast immer ein Planet. Die 3D-Himmelsansicht beschriftet jeden Planeten für Ihren Ort und Ihre Zeit.
  • Er bewegt sich: Über Tage und Wochen wandern Planeten vor den Hintergrundsternen.
  • Fernglas: Schon ein kleines Fernglas zeigt die vier großen Jupitermonde als Lichtpunkte in einer Reihe, ein Teleskop die Phase der Venus und die Ringe des Saturn.

Quellen

Häufige Fragen

Welche Planeten kann ich ohne Teleskop sehen?

Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Uranus liegt unter einem sehr dunklen Himmel an der Grenze dessen, was das Auge sieht, und Neptun braucht immer ein Fernglas oder Teleskop.

Warum sehe ich Venus und Merkur nur abends oder morgens?

Ihre Bahnen liegen innerhalb der Erdbahn, deshalb entfernen sie sich von uns aus gesehen nie weit von der Sonne: Merkur höchstens etwa 28°, Venus etwa 47°. Sie sind nur in der Dämmerung nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang sichtbar.